Ist Affiliate Marketing eine faire Chance für Anfänger oder wird man auch hier vom Infomarketer Kartell nur abgezockt?

Mit Affiliate Marketing lässt sich schnell viel Geld verdienen. Die Vorteile liegen auch auf der Hand. Man muss sich nicht um kostenintensive Angelegenheiten, wie Lagerhaltung, Bestell- oder Mahnwesen kümmern und kann sich auf das Wesentliche, dem Bewerben der Produkte, konzentrieren. Ein sogenannter „Cookie“ liefert dem Anbieter die Informationen, welchem Affiliate ein konkreter Kauf zuzuordnen ist.

Die unterschiedlichen Tracking-Modelle:

Hier gibt es jedoch unterschiedliche Trackingmethoden, die alle so ihre „Mucken“ haben, wie wir Badener sagen würden 😉

  1. First Cookie Wins
  2. Last Cookie Wins
  3. Postview Tracking

Dies dürften die 3 populärsten Trackingmethoden sein. Am einfachsten zu handeln dürfte dabei Methode 2, das „Last Cookie Wins“, sein. Hier gestaltet sich die Sache einfach. Derjenige Affiliate, über den der Verkauf erfolgte, der den letzten Kundenkontakt hatte, macht das Rennen und kassiert die Provision. Diese Methode ist mittlerweile auch die gebräuchlichste und wird von den Meisten als am Fairsten empfunden.

Sehr tricky sind jedoch die anderen beiden Methoden. Insbesondere das Postviewtracking ist oft tödlich für „kleine“ reichweitenschwache Affiliates. Beim Postviewtracking wird der Cookie bereits beim Anschauen des Werbebanners gesetzt. Das heißt, es gewinnt derjenige, der den ersten „Sichtkontakt“ herstellte, es muss noch nicht mal geklickt werden. Das Postviewtracking spielt im Infomarketing eigentlich keine Rolle und kann jetzt deswegen hier auch vernachlässigt werden. Wer in anderen Nischen tätig ist, sollte als kleiner Affiliate einen großen Bogen um alles machen, wo „Postview Tracking“ draufsteht 😉

 

Das Tückische am „First Cookie Wins“


Zu den Verwirrungen und Irrungen im Infomarketing führt immer wieder das „First Cookie Wins“. Das Prinzip, dass derjenige Affiliate, der den ersten Kontakt herstellt, auch den Umsatz macht. Dies bevorzugt prinzipiell „reichweitenstarke“ Affiliates mit besucherstarken Webseiten oder großen Emaillisten. Andererseits benachteiligt es Nischenseiten und kleine Affiliates.

Ich nehme mal ein kleines Beispiel. Wir haben 2 Affiliates. Affiliate A hat eine Liste von 10.000 Empfängern, Affiliate B betreibt eine hochwertige kleine Nischenseite, in der er Produkte vorstellt, vergleicht und testet. Jetzt haben wir dann noch den Anbieter. Nehmen wir mal einen Autoresponderdienst namens „Klick mit“.

Affiliate A versendet eine Mail an 10000 Empfänger und bewirbt diesen Autoresponderdienst. 1000 Leute klicken auf den Links in der Mail, 1000 Cookies sind gesetzt. Die Mail verfasste Affiliate A in wenigen Minuten.

Affiliate B betreibt eine kleine Internetseite „goldschnute.com”, für die er einen Vergleichstest für Autoresponder ansetzt und die 4 gebräuchlichsten deutschen Autoresponderlösungen vergleicht. In stundenlanger Recherche und mit viel Aufwand verfasst er den Artikel. Da der Betreiber der Seite goldschnute natürlich auch etwas verdienen möchte, verlinkt er jeweils per Affiliatelink auf die verglichenen Autoresponderdienste.

Das Ergebnis: 10 Leute kaufen aufgrund des Vergleichstests den Autoresponder „Klick Mit“. Jetzt kommt Affiliate B auch 10-mal die Provision? Leider nicht. Er hatte das Pech, dass 6 von diesen 10 Bestellern auch in der Newsletterliste von Affiliate B eingetragen waren und dort bereits auf den Affiliate Link geklickt haben. Sie waren noch unschlüssig und wollten sich weiter informieren und landeten auf der Seite von Affiliate B. Noch größeres Pech für den Betreiber von Goldschnute war, dass es weitere Affiliates gab, die ebenfalls mit kiloschweren Listen den Autoresponderdienst bewarben. Am Ende hatte er viel Arbeit für wenig Ertrag. Mit der Last Cookie Wins hätte er 10 Sales gehabt und durch die First Cookie Wins Methode waren es dann nur noch 4 Sales.

 

Welche Tracking-Methode ist die Beste?

Also lässt sich hier sagen, dass man als Affiliate schon sehr genau hinschauen sollte, welches Trackingsystem verwendet wird.

 

  • First Cookie Wins – ideal für große Affiliates mit großen, reichweitenstarken Seiten bzw. großen Emaillisten – suboptimal bis schädlich für kleine Affiliates mit kleinen Listen bzw. Betreiber von kleinen Nischenseiten
  • Last Cookie Wins – ideal für kleine Affiliates und Nischenseitenbetreiber – für Betreiber großer Internetauftritte bzw. Emailmarketer eher suboptimal
  • Postviewtracking – optimal für extrem reichweitenstarke Seiten mit mehreren 1000 Besuchern je Tag – für kleine Affiliates klares Finger weg!

 

Man kann natürlich die Nachteile des First Cookie Wins versuchen zu umgehen, indem man seine Interessenten dazu bringt, bestehende Cookies zu löschen. Dies geschieht oft, indem mehr oder weniger interessante Boni angeboten werden, wenn über den eigenen Affiliate Link bestellt wird. Diese Methode gefällt mir persönlich jedoch nicht, da sie zu sehr an den Wilden Westen erinnert. In vielen Nischen, insbesondere den weniger internetaffinen, wird es schon daran scheitern, dass die Mehrzahl gar nicht weiß, wie man Cookies in den verschiedenen Browsern überhaupt löscht. Für Einsteiger, kleine Affiliates, Betreiber von Nischenseiten ist es sicherlich besser, komplett auf First Cookie Wins und erst recht auf Postviewtracking zu verzichten.

 

Exzesse, Fallstricke und Kartellbildung im Infomarketing

 

Der Fall Share-It

Dirk Henningsen machte auf seinem Blog dankenswerterweise auf einen Auswuchs aufmerksam: http://dirk-henningsen.de/vorsicht-vor-der-cookie-falle-bei-shareit .

Dort tritt ein weiteres Problem auf, was die bekannten Probleme beim „First Cookie Wins“ noch multipliziert. Ein einmal gesetztes Cookie gilt nicht nur für das jeweils beworbene Produkt, sondern gilt auch für alle weiteren Produkte, die der jeweilige Anbieter über Share-It vertreibt.

Bei der derzeit herrschenden Struktur der Infomarketing-Szene, wo sich ein elitärer Kreis einer Handvoll Infomarketer, gegenseitig die Bälle zuspielt, bedeutet dies eine Kartellbildung, die den meisten Marktteilnehmern schaden wird. Hier zeigt man Einigkeit und Geschlossenheit im Kampf gegen die kleinen Nachwuchsmarketer, Einsteiger und kleinen Seitenbetreiber. Nicht umsonst dürfte Share-It in diesen Kreisen derzeit so beliebt sein.

Man muss es leider so klar und deutlich aussprechen. Solange sich an der Situation bei Share-It nichts ändert, ist es für die kleineren Marketer derzeit nicht zu empfehlen. Zumindest nicht als Affiliate, Produkte über Share-It zu bewerben. Hier müsste Share-It nachbessern und eine derartige Kartellbildung untersagen. Diese führt nur zu einem immer schlechteren Ansehen der Infomarketing-Branche.

Einher geht das natürlich mit den anderen Nachteilen von Share-It. Anders als beispielsweise bei Clickbank wird auch auf keinerlei Einhaltung von Mindestqualitätsstandards wert gelegt. Verdienstversprechungen, falsche Testimonials … Alles bei Share-It kein Problem. Von der fehlenden Geld-zurück-Garantie mal gar nicht zu sprechen. Doch soll das hier nicht mehr das Thema sein. Dazu gab es ebenfalls bei Dirk Henningsen eine interessante Diskussion: http://dirk-henningsen.de/das-emotionalste-duell-des-sommers-clickbank-deutschland-versus-shareit .

 

Wir Affiliates haben es in der Hand!

Wir können uns, wie von Dirk Henningsen vorgeschlagen, bei Share-It beschweren und auf Änderung drängen. Ein Versuch ist das sicherlich immer wert.

Wir haben jedoch auch die Möglichkeit, uns Affilate-Partner auszusuchen, die den gewünschten Anforderungen am ehesten entsprechen. Die Macht der Verbraucher sollte niemals unterschätzt werden. Niemand zwingt uns, die Drecksarbeit für die sogenannte Info-Elite zu übernehmen. Und dies auch noch unbezahlt oder schlecht bezahlt.

Wie sollten uns an diejenigen Affiliatenetzwerke halten, die uns für unsere Aufwendungen auch entsprechend vergüten. Alles andere ist eigentlich Dummheit, auch wenn uns Affiliate Könige oft anderes glaubhaft machen wollen. Logisch, diese haben auch andere Interessen.

 

Weitere interessante Seiten zum Thema:

Kostenloses Affiliate-Marketing Handbuch (200 Seiten): http://www.projecter.de/affiliate-ebook.html

Informationen zu Cookies: http://www.verbraucher-sicher-online.de/thema/cookies

 

Andere Blogger zum Thema:

Dirk Henningsen: http://dirk-henningsen.de/vorsicht-vor-der-cookie-falle-bei-shareit

Blogartikel Weisse-Magie: http://weissemagie.biz/partnerprogramme-und-die-cookies/

Blogartikel DRN: http://drn.de/blog/internet-marketing/cookies-shareit

6. November 2011
cookiemonster

Das Cookiemonster und das Kartell der Infomarketer

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